Transpersonale Psychologie und Psychotherapie»Inhaltsübersicht»Ausgabe 02/2007 - 13. Jahrgang - Heft 2

Ausgabe 02/2007

„Kann denn Liebe Sünde sein?“

Überlegungen zum Verhältnis von Liebe, Sexualität, Spiritualität und Sünde aus theologischer Sicht

Reinhold Bernhardt, Basel

Zusammenfassung: Ausgehend von der Ambivalenz der Liebe, die zu höchster Erfüllung, aber auch in destruktive Abhängigkeiten führen kann, wird zunächst nach der Beziehung von Liebe und Sünde gefragt. Aus biblischer Sicht kann authentische Liebe nicht Sünde sein, denn sie gründet in Gott, dessen Wesen Liebe ist. Sünde besteht demgegenüber im Getrenntsein von Gott. – Im zweiten Teil des Artikels wird nach der Beziehung von Spiritualität und Sexualität gefragt und dabei zunächst die Entwicklung der Leib- und Sexualfeindschaft im Christentum nachgezeichnet. Im ausgehenden 20. Jh. wurde die Bedeutung der Leiblichkeit des Menschen wie auch die ‚leibliche‘ Dimension des Geistes Gottes im westlichen Christentum wieder neu entdeckt und damit die Beziehung zwischen Sexualität und Spiritualität neu bestimmt. Als kreative, vitalisierende, lebenschaffende, heilende Kraft umgreift der Geist Gottes den ganzen Menschen in der Einheit von Leib und Seele. Das schließt auch die himmlischen Höhenflüge der Sexualität mit ein.

Schlüsselwörter: Spiritualität, Sexualität, Sünde, Liebe