Ausgabe 02/2006
Interbeing. Vom kleinen Ich zum großen SELBST
Zusammenfassung: Der Mensch in der Gegenwart füllt eine Vielfalt kultureller Rollen und Gestalten aus. Die Gestalt seines Selbst baut sich auf aus den Substanzen der Biologie, der Geschichte, des kollektiven Gedächtnisses und des kollektiven Unbewussten, des kulturellen Rahmens, der institutionellen Zwänge, der Wirkkraft geistiger Felder und der eigenen Ideen, Träume und Phantasien. Modernität und die mit ihr einhergehende Globalisierung fragmentieren, aber integrieren auch das Selbst auf neuer Ebene. Der massive kulturelle, soziale, ökonomische und technologische Wandel konfrontiert das Selbst mit der Erfordernis, sich bewahrend zu schützen und zugleich immer wieder neu zu entwerfen bzw. sich zu rekonstruieren, um existenzfähig zu bleiben in der Dialektik von „Innen“ und „Außen“. Der noch immer vorherrschende Anthropozentrismus und die Abspaltung bzw. Ausklammerung des Transzendenzbezugs verhindern die Entwicklung zu einem integralen und dynamischen Selbst. Selbstreflexion, die Erkenntnis und das Empfinden des holistischen Weltzusammenhangs sowie die Annahme der Partnerschaft mit dem Unendlichen und Transzendenten stellen die Voraussetzung für den nächsten Schritt in unserer biologischen und kulturellen Evolution dar, nämlich bewusster Teil des schöpferischen Universums zu werden.
Schlüsselwörter: Ehrfurcht vor dem Leben, Ich, Identität, Interbeing, Lifestyle, Moderne, Selbst, Selbsterkenntnis, Selbstreflexion, Sinn, Spaltung, Transpersonalität, Verdrängung, Verdinglichung

