Ausgabe 02/2006
„Dein Glaube hat dich gesund gemacht.“
Der Zusammenhang von Spiritualität und Heilung aus christlicher Sicht.
Zusammenfassung: In der modernen christlichen Kirchelange vergessen, wird jetzt die heilende Kraft christlichen Glaubens wieder entdeckt,nicht selten verbunden mit einer Kritik an der einseitigen Betonung von Schuld undSünde. „Dein Glaube hat Dich gesund gemacht“, heißt es in den Evangelien in unterschiedlichenVariationen. Dies erfordert keine intellektuelle oder spirituelle Anstrengung, der Kranke muss sich nur dem Kraftfeld des Geistes Gottes, seiner heilsamen Gegenwart, aussetzen. Diese Kraft hat keine kausale Wirkung, ist keine Magie, sondern wirkt wie eine heilsame Beziehung. Heilung ist hier nicht medizinisch-therapeutisch zu verstehen, sondern als Heilung der Beziehung zu Gott, zu seinen Mitmenschen, zu sich selbst. Vergebung der Sünden bedeutet Aufhebung derAbsonderung, der Trennung. Diese Heilung ist keine „Reparaturmedizin“. Es geht um heil sein, um Ganzheit, um Heil. Das erübrigt nicht den Arzt oder Psychotherapeuten. Nicht selten sind diese nötig, damit Kranke von der Frage nach dem „Warum“ zu der nach dem „Wozu“ ihrer Krankheit kommen können. Dabei ist Vorsicht geboten, damit der Leidende für seine Krankheit nicht auch noch schuldig gesprochen und sein Leid damit vergrößert wird. Er ist von Gott angenommen, und so soll und kann er sich auch selbst annehmen. Und so soll er von anderen Menschen angenommen werden. Der Weg zu Gott führt über den Nächsten, besonders über den bedürftigen Nächsten.
Schlüsselwörter: Heilung – Heil, heilende Beziehung zu Gott, Mitmenschen, undsich selbst

