Transpersonale Psychologie und Psychotherapie»Inhaltsübersicht»Ausgabe 02/2005 - 11. Jahrgang - Heft 2

Ausgabe 02/2005

Tod, Wiedergeburt und Meditation

Ken Wilber, Denver

Zusammenfassung: Der Gedanke der Reinkarnation findet sich in allen spirituellenTraditionen, auch im frühen Christentum. Die Frage, ob es Reinkarnation gibt oder nicht, kann weder mit dem ,Auge des Fleisches‘ (der Naturwissenschaft) noch mit dem Auge des Intellekts (der Logik), sondern nur mit dem Auge der Kontemplation oder Meditation beantwortet werden. Setzt man Reinkarnation voraus, erheben sich die Fragen: Was wird wiedergeboren und in welchen Stadien verläuft der Prozess von Sterben und Wiedergeburt? Die tibetische Tradition verfügt über viele Beobachtungen und Meditationserfahrungen zu diesen Themen. Sie sind im Tibetischen

Totenbuch zusammengefasst. Die einzelnen Stufen und Kennzeichen werden im Detail beschrieben. Gewisse Ähnlichkeiten lassen Berichte über Nah-Toderfahrungen erkennen. Meditation kann als Generalprobe für den Sterbeprozess verstanden werden; sie kann bis zum Erleben der unsterblichen Essenz führen.

Schlüsselworte: Philosophia perennis, Seele und GEIST, Auflösung der „großen
Kette“, Bardo, klares Licht, Dharmakaya, Nah-Toderfahrungen, Meditation.