Ausgabe 02/2004
Liebeskraft als Erkenntniskraft
Grundzüge einer spirituellen Wissenschaft
Zusammenfassung: Dominante Teile der abendländischen Wissenschaft tragen – bei allen sie auszeichnenden Leistungen – an der Entfremdung vom Bewusstsein des Einseins und von unserer Verankerung im göttlichen Raum ein hohes Maß an Mitverantwortung. In ihrer Reduktion von Leben auf eine experimentelle Spielmasse enthüllen sie sich als eine moderne Form der schwarzen Magie. Eine neue, spirituelle Wissenschaft wird darüber hinausweisen. Ihr Horizont bestimmt sich durch die Dimensionen der Weisheit; sie entfaltet Ehrfurcht, Liebe und das Nichtverletzen. Liebeskraft selbst wird zur Erkenntniskraft und zum mahnenden Gegenüber der Neugier. Was für den Weg eines jeden mystisch orientierten Menschen gilt, ist für spirituelle Wissenschaft gleichsam konstitutiv: Die Einheit von Aktion und Kontemplation, die sich ergänzenden und gegenseitig durchdringenden Intervalle von Wissen und ehrfurchtsvollem, reinigendem Schweigen, die alltägliche Pendelbewegung von Immanenz und Transzendenz.
Schlüsselwörter: Abendländische Wissenschaft, Ganzheitlicher Intellekt, Heilige Erkenntnis, Ehrfurcht vor dem Leben, Kontemplation, Spirituelle Schulung

