Ausgabe 02/2004
Brahman –Atman – Purusha
Menschenbild und Gottesvorstellung oder individuelles und kosmisches Bewusstsein in Religion und Philosophie Indiens
Zusammenfassung: In der Sichtweise zweier unterschiedlicher Hauptschulen der indischen Philosophie sind Brahman und Atman, kosmisches und individuelles Bewusstsein, kosmisches und individuelles Selbst oder Gott und Mensch dem Wesen nach gleich. In logisch betrachtet widersprüchlichen Formulierungen wird der Versuch einer begrifflichen Annäherung an die Realität von Mensch und Gott unternommen, die sich der rationalen Erfassung entziehen, die nur im Schweigen der Meditation erfahren werden kann. Gezeigt wird, dass als gemeinsame Qualität von Gott und Mensch das „Selbst“ oder „Bewusstsein“ angesehen wird. Zwischen dem Konzept des Nichtselbst im buddhistischen Verständnis und dem des Selbst oder Bewusstseins in der indischen Philosophie scheint kein großer Unterschied zu bestehen. Das Ergebnis dieses Beitrags lässt sich daher ebenfalls mit den Worten „Das wahre Selbst ist das Nichtselbst“ (Yesche Udo Regel) zusammenfassen.
Schlüsselwörter: Atman, Brahman, kosmisches Bewusstsein, Seele, SELBST, Prakrti, Purusha, Saamkhya Karika, Yoga Sutra, Upanishaden, Veden

