Ausgabe 01/2004
Ist die Rede von Gott mit der Lehre des Buddha vereinbar?
Zusammenfassung: Wie es scheint, besteht zwischen der Rede von Gott und der Lehre des Buddha ein unüberwindlicher Gegensatz. Christen glauben an einen personalen Schöpfergott, der insbesondere in Christus affirmativ präsent ist; Buddhisten sind von der Leerheit alles Natürlichen in seiner Vergänglichkeit überzeugt. Hier scheint nichts zusammen zu gehen. Persönliche Krisen können jedoch in Verbindung mit langer, studiengestützter Meditation eine tiefe Erfahrung von Vereinbarkeit der beiden Positionen ermöglichen, bis hin zu einem übergreifenden Konsens der beiden Anschauungen. Einige buddhistische Schulen, insbesondere die dem Mahayana-Buddhismus zu Grunde liegende Madhyamaka-Philosophie, verwenden eine Reihe transzendentaler Begriffe, die auf Gott hinweisen; „Person“ ist eine Frage der Definition, „Schöpfung“ entspricht weitgehend dem „Urgrund“ im tibetischen Buddhismus. Auch Meditation ist ein Akt der Schöpfung.
Schlüsselworte: Gott, Lehre des Buddha, Illusion, Kompatibilität, Madhyamaka,
Person, Schöpfung, Meditation.

